Welche Bauarten von Poolabdeckungen es gibt
Der Begriff Abdeckung umfasst fünf sehr unterschiedliche Dinge, von der Folie für 100 Euro bis zum begehbaren Bauwerk über dem Becken. Sie unterscheiden sich in drei Punkten: was sie an Energie halten, was sie an Sicherheit leisten und ob sie ein Genehmigungsverfahren auslösen.
| Bauart | Was sie leistet | Preis | Bauordnungsrechtlich |
|---|---|---|---|
| Solarplane auf dem Wasser | hält Wärme und bremst die Verdunstung, trägt kein Gewicht | 80 bis 600 Euro je nach Größe und Qualität | keine bauliche Anlage, kein Verfahren |
| Rollabdeckung mit Aufroller | wie die Plane, aber täglich handhabbar, deshalb öfter im Einsatz | 3.500 bis 8.500 Euro mit Motor | keine bauliche Anlage, kein Verfahren |
| Sicherheitsabdeckung aus Gewebe oder Lamellen | trägt Last, sichert gegen Hineinfallen, hält Schmutz ab | 1.500 bis 6.000 Euro | keine bauliche Anlage, kein Verfahren |
| Luftgetragene Überdachung | verlängert die Saison, steht nur bei laufendem Gebläse | je nach Größe, keine belastbare Preisangabe gefunden | verfahrensfrei, wo das Becken es ist; in Hessen und Baden-Württemberg bis 100 Quadratmeter |
| Feste Überdachung aus Aluminium und Polycarbonat | ganzjährige Nutzung, begehbar oder niedrig, schützt vor Wind | je nach Höhe und Technik, keine belastbare Preisangabe gefunden | gilt als Gebäude und durchläuft in der Regel ein Genehmigungsverfahren |
Wie viel Energie eine Abdeckung spart
Ein offenes Becken verliert Wärme über drei Wege: Verdunstung, Konvektion und Strahlung. Die Verdunstung wiegt am schwersten, weil jedes verdunstete Kilogramm Wasser die Verdampfungswärme mitnimmt. Genau hier setzt die Abdeckung an.
Das Bayerische Landesamt für Umwelt schreibt in seinem Bericht zur Energieeffizienz in Schwimmbädern: Eine Beckenabdeckung im Freibad vermindert erheblich die Wärmeverluste durch Verdunstung, Konvektion und Strahlung. Und weiter: Zuweilen kann eine Beckenabdeckung den Energiebedarf halbieren. Als gemessenes Beispiel nennt der Bericht das Wellenfreibad Nottuln, wo eine Folienabdeckung des Außenbeckens ab April 2009 im Vergleich zu den Vorjahren im Mittel rund 30 Prozent Gas einsparte.
- Mögliche Einsparung beim Energiebedarf durch eine Beckenabdeckung
- bis zur Hälfte
- Bayerisches Landesamt für Umwelt, Energieeffizienz in Schwimmbädern, Stand 1. Januar 2012
- Kosten einer Beckenabdeckung bei oberirdischer Installation
- 50 bis 150 Euro je Quadratmeter Beckenfläche
- Bayerisches Landesamt für Umwelt, Energieeffizienz in Schwimmbädern, Stand 1. Januar 2012
- Verdunstung einer ruhenden Wasseroberfläche
- rund 90 Gramm je Quadratmeter und Stunde
- Deutsche Gesellschaft für das Badewesen, Verdunstungsmengen in Bädern, Stand 17. Februar 2016
Diese Werte stammen aus dem öffentlichen Badbetrieb, weil für private Becken niemand vergleichbare Messungen veröffentlicht. Die Physik dahinter ist dieselbe, die Größenordnung übertragbar, die genaue Zahl für Ihren Garten nicht. Dieselbe Quelle nennt für Abdeckungen eine Amortisation unter günstigen Umständen nach 5 bis 10 Jahren.
Wie viel Wasser Sie mit einer Abdeckung sparen
Die zweite Ersparnis wird meist übersehen, obwohl sie leicht zu rechnen ist. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen gibt für ruhende Wasseroberflächen rund 90 Gramm Verdunstung je Quadratmeter und Stunde an, für Schwimmerbecken im Badebetrieb rund 145 Gramm.
Für ein Becken von 8 mal 4 Metern, also 32 Quadratmeter Wasserfläche, ergeben 90 Gramm je Quadratmeter und Stunde rund 69 Liter am Tag. Über 180 Tage sind das etwa 12 Kubikmeter Wasser. Mit dem durchschnittlichen Trinkwasserentgelt von 2,06 Euro und dem Abwasserentgelt von 2,62 Euro je Kubikmeter, beide vom Statistischen Bundesamt zum Stichtag 1. Januar 2025, kostet dieses Nachfüllwasser rund 56 Euro je Saison.
Eine Abdeckung senkt diesen Posten, solange sie liegt. Um wie viel genau, hängt davon ab, wie viele Stunden am Tag das Becken tatsächlich abgedeckt ist. Deshalb ist die Rollabdeckung der Solarplane praktisch überlegen: Was sich in einer Minute schließen lässt, wird geschlossen, was zu zweit aufgerollt werden muss, bleibt liegen.
Wann die Überdachung eine Baugenehmigung braucht
Hier trennt das Baurecht sauber zwischen zwei Dingen. Luftgetragene Überdachungen, also Hüllen, die nur stehen, solange ein Gebläse läuft, sind dort verfahrensfrei, wo auch das Becken verfahrensfrei ist. Die Musterbauordnung nennt in § 61 Absatz 1 Nummer 10 Buchstabe a Schwimmbecken bis 100 Kubikmeter einschließlich dazugehöriger luftgetragener Überdachungen. Bayern spricht in Art. 57 Absatz 1 Nummer 10 Buchstabe a von dazugehörigen temporären luftgetragenen Überdachungen. Hessen und Baden-Württemberg stellen luftgetragene Schwimmbeckenüberdachungen bis 100 Quadratmeter Grundfläche frei.
Eine feste Überdachung ist etwas anderes. Sie hat ein Tragwerk, sie bleibt stehen, und sobald sie von Menschen betreten werden kann und Wände und Dach hat, ist sie ein Gebäude im Sinne der Landesbauordnung. Das Bauportal des Landes Nordrhein-Westfalen unterscheidet deshalb zwischen luftgetragenen und harten Überdachungen und ordnet die harte Variante dem Genehmigungsverfahren zu.
Dazu kommen die Abstandsflächen. Ebenerdige Schwimmbecken ohne Überdachung lösen nach Auskunft desselben Bauportals regelmäßig keine Abstandsflächen aus. Eine feste Überdachung ändert das: Nach der Darstellung des Bauportals lösen feste Überdachungen Abstandsflächen aus, wenn sie über 2 Meter hoch sind oder über 1 Meter Höhe und begehbar. Die Bauaufsicht des Landkreises Darmstadt-Dieburg formuliert für Hessen, dass Überdachungen nicht näher als 3 Meter an die Nachbargrenze rücken dürfen.
- Entscheiden Sie zuerst, ob die Überdachung dauerhaft stehen soll; davon hängt alles Weitere ab.
- Messen Sie die geplante Höhe und den Abstand zur Grundstücksgrenze und tragen Sie beides in einen Lageplan ein.
- Lesen Sie in der Bauordnung Ihres Landes die Nummer zu Schwimmbecken und die Regelung zu Abstandsflächen nach.
- Prüfen Sie den Bebauungsplan auf Baugrenzen und auf Festsetzungen zu Nebenanlagen.
- Fragen Sie bei der unteren Bauaufsichtsbehörde schriftlich nach, bevor Sie bestellen; eine Überdachung ist keine Ware, die sich leicht zurückgeben lässt.
Was eine Abdeckung für die Sicherheit leistet und was nicht
Hier liegt der gefährlichste Irrtum. Eine Solarplane liegt auf dem Wasser und trägt kein Gewicht. Fällt ein Kind darauf, sinkt die Folie mit ihm ein und legt sich über es. Eine Solarplane ist deshalb keine Sicherung, sondern eine Wärmedämmung, und sie kann die Gefahr sogar erhöhen, weil das Wasser darunter nicht sichtbar ist.
Eine Sicherheitsabdeckung ist etwas anderes: Sie wird am Beckenrand verankert und ist darauf ausgelegt, Last zu tragen. In Frankreich gibt es dafür sogar eine eigene Normenfamilie, darunter NF P90-308 für Sicherheitsabdeckungen und NF P90-306 für Schutzbarrieren, deren erklärtes Ziel es ist, Kindern unter fünf Jahren den Zugang ohne Hilfe eines Erwachsenen zu verwehren. Ein vergleichbares deutsches Regelwerk für private Becken ließ sich nicht finden; der Normtext der französischen Normen ist kostenpflichtig und wurde für diesen Text nicht gelesen.
Die Pflicht besteht trotzdem. Die Verkehrssicherungspflicht folgt aus § 823 Absatz 1 BGB, und die Gerichte legen sie bei Wasser im Garten streng aus. Das Oberlandesgericht Brandenburg verlangte 2024 für einen ungesicherten Teich, dass jeder Grundstückseigentümer grundsätzlich wirksame und auf Dauer angelegte Schutzmaßnahmen ergreifen müsse, um Kinder vor Unfällen zu schützen (Urteil vom 30. Januar 2024, 3 U 30/22).
Wie Sie die passende Abdeckung auswählen
Vier Fragen führen zur Entscheidung, und die erste ist nicht die nach dem Preis, sondern die nach den Kindern im Haus und in der Nachbarschaft.
Halten sich Kinder unter sechs Jahren regelmäßig im Garten oder in der Nachbarschaft auf?
Ist der Zugang zum Becken bereits durch einen Zaun mit abschließbarem Tor gesichert?
Wählen Sie nach Energie und Handhabung: Rollabdeckung für den täglichen Gebrauch, Solarplane als günstige Lösung.
Sichern Sie zuerst den Zugang oder wählen Sie eine verankerte Sicherheitsabdeckung mit Tragkraft. Eine Solarplane erfüllt diese Aufgabe nicht.
Wollen Sie die Badesaison über den Sommer hinaus verlängern?
Darf dauerhaft eine bauliche Anlage über dem Becken stehen, auch mit Genehmigungsverfahren und Abstandsflächen?
Feste Überdachung. Sie ermöglicht Nutzung bei Wind und Regen, verlangt aber ein Verfahren und den Abstand zur Grenze.
Luftgetragene Überdachung. Sie ist dort verfahrensfrei, wo das Becken es ist, und verschwindet außerhalb der Saison.
Rollabdeckung oder Solarplane. Beide halten Wärme und Schmutz zurück und kosten einen Bruchteil einer Überdachung.
Was bei Montage und Betrieb zu beachten ist
Eine Abdeckung wirkt nur, wenn sie benutzt wird, und sie hält nur, wenn sie richtig montiert ist. Fünf Punkte entscheiden darüber.
- Planen Sie den Platz für den Aufroller vor dem Pflastern ein; nachträglich fehlt meist genau der halbe Meter am Beckenkopf.
- Achten Sie auf die Windlast. Eine große Fläche über dem Wasser bekommt Auftrieb, und Befestigungspunkte werden dafür bemessen.
- Legen Sie eine Solarplane mit der noppigen Seite nach unten, sonst arbeitet sie nicht wie vorgesehen.
- Nehmen Sie die Plane bei Stoßchlorung ab, weil hohe Chlorkonzentrationen das Material angreifen.
- Prüfen Sie Verankerungen einer Sicherheitsabdeckung zu Saisonbeginn auf festen Sitz, nicht erst dann, wenn jemand darauf tritt.
Und ein Hinweis zur Winterpause: Eine Sommerabdeckung ist keine Winterabdeckung. Schnee, Eis und Laub bringen Lasten, für die eine leichte Plane nicht gebaut ist. Für die kalte Jahreszeit gibt es eigene Winterplanen mit Ablauföffnungen oder die feste Überdachung, die ohnehin stehen bleibt.
Häufige Fragen
Wie viel Energie spart eine Poolabdeckung?
Das Bayerische Landesamt für Umwelt schreibt für Freibäder, eine Beckenabdeckung könne den Energiebedarf zuweilen halbieren, weil sie Verluste durch Verdunstung, Konvektion und Strahlung vermindert. Als gemessenes Beispiel nennt der Bericht ein Freibad, das mit Folienabdeckung im Mittel rund 30 Prozent Gas einsparte. Für private Becken gibt es keine vergleichbaren Messungen.
Was kostet eine Poolabdeckung?
Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt für Beckenabdeckungen bei oberirdischer Installation rund 50 bis 150 Euro je Quadratmeter Beckenfläche und eine Amortisation unter günstigen Umständen nach 5 bis 10 Jahren. Der Fachhandel nennt für Solarplanen 80 bis 600 Euro, für Sicherheitsabdeckungen 1.500 bis 6.000 Euro und für Rollabdeckungen mit Motor 3.500 bis 8.500 Euro.
Braucht eine Poolüberdachung eine Baugenehmigung?
Luftgetragene Überdachungen sind dort verfahrensfrei, wo das Becken es ist; die Musterbauordnung nennt sie im selben Satz wie das Schwimmbecken, Hessen und Baden-Württemberg begrenzen sie auf 100 Quadratmeter Grundfläche. Eine feste Überdachung mit Tragwerk gilt dagegen als Gebäude und durchläuft in der Regel ein Genehmigungsverfahren. Maßgeblich ist die Bauordnung Ihres Landes.
Muss eine Poolüberdachung Abstand zur Grundstücksgrenze halten?
In der Regel ja. Nach Darstellung des Bauportals Nordrhein-Westfalen lösen feste Überdachungen Abstandsflächen aus, wenn sie über 2 Meter hoch sind oder über 1 Meter Höhe und begehbar; ein ebenerdiges Becken ohne Überdachung dagegen regelmäßig nicht. Die Bauaufsicht des Landkreises Darmstadt-Dieburg nennt für Hessen 3 Meter Abstand für Überdachungen.
Ist eine Solarplane eine Sicherung gegen Hineinfallen?
Nein. Eine Solarplane schwimmt auf dem Wasser und trägt kein Gewicht; ein Kind, das darauf gerät, sinkt mit der Folie ein. Sicherung leisten nur verankerte Abdeckungen mit Tragkraft oder ein Zaun mit selbstschließendem, abschließbarem Tor. Die Verkehrssicherungspflicht nach § 823 Absatz 1 BGB verlangt nach der Rechtsprechung wirksame und auf Dauer angelegte Maßnahmen zugunsten von Kindern.
Wie viel Wasser spart eine Abdeckung?
Aus einem Becken mit 32 Quadratmetern Wasserfläche verdunsten nach den Richtwerten der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen rund 69 Liter am Tag, über 180 Tage also etwa 12 Kubikmeter. Mit den amtlichen Entgelten für Trinkwasser und Abwasser von zusammen 4,68 Euro je Kubikmeter entspricht das rund 56 Euro je Saison, die eine Abdeckung zum Teil einspart.