Wann Sie mit dem Einwintern beginnen
Der richtige Zeitpunkt liegt zwischen zwei Fehlern. Zu früh eingewintert verkürzt die Saison, zu spät riskiert Frostschäden an Pumpe und Leitungen. Als Richtwert nennt der Fachhandel eine Wassertemperatur, die dauerhaft unter etwa 15 Grad fällt; eine behördliche oder normative Vorgabe dafür gibt es nicht.
Der fachliche Grund für diesen Richtwert: Unterhalb von etwa 15 Grad verlangsamt sich das Algenwachstum deutlich, das Wasser bleibt also mit weniger Aufwand stabil. Gleichzeitig ist bis zum ersten Frost noch genug Zeit für die Arbeiten, die trockenes Wetter brauchen.
Planen Sie einen halben Tag ein und machen Sie alles an einem Stück. Ein halb eingewintertes Becken, bei dem die Technik noch Wasser führt, ist genau der Zustand, in dem die erste Frostnacht teuer wird.
Warum Frost die Technik zerstört und nicht das Becken
Wasser hat eine Eigenschaft, die es von fast allen anderen Stoffen unterscheidet: Es dehnt sich beim Gefrieren aus. Flüssiges Wasser hat bei 4 Grad eine Dichte von rund 1.000 Kilogramm je Kubikmeter, Eis nur noch rund 917 Kilogramm je Kubikmeter. Aus einem Liter Wasser werden also rund 1,09 Liter Eis, und dieser Druck sprengt jedes geschlossene Gehäuse.
Im Becken selbst ist das unkritisch, weil Eis sich nach oben ausdehnen kann. Kritisch ist jeder Hohlraum, der voll Wasser steht und zu ist: das Pumpengehäuse, der Filterkessel, das Mehrwegeventil, die Wärmepumpe, die Verrohrung unter dem Pflaster, der Skimmerkörper und die Einlaufdüsen.
Wie Sie das Wasser vor der Pause einstellen
Bevor die Technik stillsteht, bringen Sie das Wasser in einen Zustand, in dem es monatelang ohne Umwälzung übersteht. Dafür zählen zwei Werte, und beide nennt das Bayerische Landesamt für Umwelt für private Becken.
- Optimaler pH-Bereich im privaten Schwimmbecken
- 7,0 bis 7,4
- Bayerisches Landesamt für Umwelt, Infoblatt Pool, nasses Vergnügen mit Verantwortung, Stand 1. November 2023
- Übliche Einstellung für freies Chlor im privaten Becken
- rund 0,3 Milligramm je Liter
- Bayerisches Landesamt für Umwelt, Infoblatt Pool, nasses Vergnügen mit Verantwortung, Stand 1. November 2023
- Preis des Beckenwassers je Kubikmeter aus Trinkwasser- und Abwasserentgelt
- 4,68 Euro
- Statistisches Bundesamt, Entgelte für Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, Stichtag 1. Januar 2025, eigene Addition, Stand 1. Januar 2025
- Becken gründlich reinigen: Boden absaugen, Wände bürsten, Skimmer- und Pumpenkorb leeren, damit keine organische Last im Wasser bleibt.
- Filter ein letztes Mal rückspülen und nachspülen, damit das Filtermaterial nicht mit Schmutz überwintert.
- pH-Wert messen und auf 7,0 bis 7,4 einstellen, bei laufender Umwälzung, und eine Stunde später nachmessen.
- Erst danach desinfizieren und den Chlorwert einstellen, weil Chlor außerhalb des pH-Bereichs deutlich schwächer wirkt.
- Wintermittel nach Herstellerangabe zugeben und die Umwälzung noch einige Stunden laufen lassen, damit es sich verteilt.
Der dritte Datenpunkt gehört an diese Stelle, weil er eine häufige Fehlentscheidung betrifft. Ein Becken mit 46 Kubikmetern komplett zu leeren und im Frühjahr neu zu füllen kostet rund 215 Euro an Trinkwasser und Abwassergebühr. Wer das Wasser über den Winter stehen lässt und im Frühjahr nur aufbereitet, spart diesen Betrag und schont zugleich die Beckenkonstruktion.
Wie Sie die Technik frostsicher leerfahren
Die Reihenfolge ist wichtiger als das Tempo. Wer die Pumpe abstellt, bevor die Wasserwerte stimmen, muss die Chemie später von Hand verteilen.
Strom abschalten
Pumpe, Steuerung und Wärmepumpe an der Sicherung freischalten. Erst danach an Verschraubungen arbeiten.
Absperrungen schließen und Leitungen öffnen
Kugelhähne zum Becken schließen, Verschraubungen an Pumpe und Filter lösen, damit die Leitungen leerlaufen.
Pumpe entleeren
Ablassstopfen ziehen, Vorfilterkammer leeren, Restwasser aus dem Laufradraum entfernen. Deckel lose auflegen, damit nichts schwitzt.
Filterkessel entleeren
Ablassstopfen des Kessels öffnen, Wasser vollständig ablaufen lassen. Mehrwegeventil in die Winterstellung bringen, damit die Dichtscheibe entlastet ist.
Wärmepumpe und Zusatztechnik entleeren
Wärmetauscher nach Anleitung entleeren und vom Kreislauf trennen. Gegenstromanlage, Solarabsorber und Dosieranlagen ebenso.
Beckenöffnungen verschließen
Einlaufdüsen und Skimmeröffnung mit Winterstopfen verschließen, damit kein Wasser in die Leitungen zurückläuft und Eis sie nicht beschädigt.
Wie hoch das Wasser im Becken bleiben soll
Hier gibt es keine Regel, die für alle Becken gilt, sondern eine Entscheidung je Bauart. Zwei Kräfte stehen sich gegenüber: der Erddruck von außen, der ein leeres Becken eindrücken kann, und das Grundwasser, das ein leeres Becken anheben kann.
| Beckenart | Üblicher Wasserstand | Warum |
|---|---|---|
| Eingelassenes Becken aus Polypropylen oder GFK | nach Herstellerangabe meist gefüllt | Das Wasser hält die Wand gegen den Erddruck und verhindert Auftrieb bei hohem Grundwasser |
| Folienbecken mit Stahlwand oder Schalstein | bis unter Skimmer und Einlaufdüsen abgesenkt | Die Öffnungen müssen frei von Wasser sein, das Gewicht im Becken bleibt erhalten |
| Oberirdisches Aufstellbecken | nach Herstellerangabe, oft teilweise gefüllt | Leer kann Wind das Becken verformen, voll wirkt Eisdruck auf die Wand |
| Becken mit hohem Grundwasserstand | gefüllt lassen | Ein leeres Becken kann durch Auftrieb angehoben werden, auch ein schweres |
Wo abgesenkt wird, kommen Eisdruckpolster ins Spiel: längliche Schwimmkörper, die diagonal im Becken liegen und den Druck der Eisdecke aufnehmen, statt ihn an die Wand weiterzugeben. Sie kosten wenig und ersetzen keine korrekte Entleerung der Technik.
Was Sie beim Abdecken für den Winter beachten
Eine Sommerabdeckung ist keine Winterabdeckung. Solarplanen liegen auf dem Wasser und sind für Wärme gebaut, nicht für Lasten. Schnee, Eis, Laub und Regenwasser bringen Gewicht, das eine Winterplane über Spanngurte oder Ösen in den Beckenrand ableitet.
- Laub vor dem Abdecken entfernen, sonst zersetzt es sich den Winter über im Wasser und färbt es braun.
- Winterplane straff spannen und regelmäßig von Schnee und Laub befreien, damit sie nicht durchhängt und ins Wasser taucht.
- Ablauföffnungen oder eine Pumpe vorsehen, damit sich kein Wasserspiegel auf der Plane bildet.
- Sicherheitsabdeckungen mit Tragkraft bleiben auch im Winter die einzige Abdeckung, die Kinder aufhält.
- Feste Überdachungen im Winter geschlossen halten, aber Schneelast im Auge behalten; die zulässige Last steht in der Montageanleitung.
Prüfen Sie die Abdeckung zwischendurch. Eine Plane, die im Dezember gespannt war, kann im Februar in der Beckenmitte liegen, weil Wasser und Schnee sie heruntergezogen haben, und dann ist sie kein Schutz mehr, sondern eine zusätzliche Gefahr.
Wohin das abgelassene Poolwasser darf
Wer das Becken über den Winter leert oder im Frühjahr wechselt, hat mehrere Kubikmeter Abwasser. Denn genau das ist Poolwasser rechtlich: Das Landratsamt Mittelsachsen ordnet es nach § 54 Wasserhaushaltsgesetz als Abwasser ein, und zwar unabhängig davon, ob es aufbereitet wurde.
Der zulässige Weg führt in den Schmutzwasserkanal. Das Bayerische Landesamt für Umwelt schreibt, die Einleitung in eine Regenwasserkanalisation sei auf keinen Fall zulässig, und auch Kleinkläranlagen könnten dafür nicht genutzt werden. Die Berliner Senatsverwaltung hält fest, dass die Versickerung von Poolwasser insbesondere mit Zusätzen jeglicher Art grundsätzlich unzulässig ist, weil sie gegen das Gebot der Grundwasserreinhaltung und den Besorgnisgrundsatz des § 48 Wasserhaushaltsgesetz verstößt.
Vor dem Ablassen muss das Chlor abgebaut sein. Das Landratsamt Mittelsachsen verlangt, dass freies Chlor vor der Ableitung nicht mehr nachweisbar ist, bei einer Bestimmungsgrenze von mindestens 0,01 Milligramm je Liter. Das Bayerische Landesamt für Umwelt geht davon in aller Regel nach einer Standzeit von mindestens einer Woche nach der letzten Chlorzugabe aus. Die Freie Hansestadt Bremen nennt für ihren Bereich eine andere Schwelle: Liegt der Aktivchlorgehalt über 0,5 Milligramm je Liter, muss das Wasser mindestens 48 Stunden ohne weitere Chemikalien im Becken bleiben, und der pH-Wert muss bei der Einleitung zwischen 6,5 und 10 liegen.
Häufige Fragen
Ab welcher Temperatur sollte ein Pool winterfest gemacht werden?
Der Fachhandel nennt als Richtwert eine Wassertemperatur, die dauerhaft unter etwa 15 Grad fällt. Eine behördliche oder normative Vorgabe gibt es nicht. Der fachliche Grund: Unterhalb dieser Marke verlangsamt sich das Algenwachstum, und bis zum ersten Frost bleibt genug Zeit für die Arbeiten an der Technik.
Muss das Wasser im Pool über den Winter abgelassen werden?
In der Regel nicht. Bei eingelassenen Becken hält das Wasser die Wand gegen den Erddruck, und bei hohem Grundwasser verhindert es, dass das leere Becken durch Auftrieb angehoben wird. Bei Folienbecken wird der Wasserstand meist unter Skimmer und Einlaufdüsen abgesenkt. Maßgeblich ist die Anleitung des Herstellers.
Welche Wasserwerte sollte der Pool vor dem Winter haben?
Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt für private Becken einen pH-Wert von 7,0 bis 7,4 und eine übliche Einstellung von rund 0,3 Milligramm je Liter freiem Chlor. Stellen Sie immer zuerst den pH-Wert ein und desinfizieren Sie danach, weil Chlor außerhalb dieses Bereichs deutlich schwächer wirkt.
Warum zerstört Frost die Poolpumpe?
Weil Wasser sich beim Gefrieren ausdehnt. Flüssiges Wasser hat bei 4 Grad rund 1.000 Kilogramm je Kubikmeter Dichte, Eis nur rund 917 Kilogramm; aus einem Liter Wasser werden rund 1,09 Liter Eis. In einem geschlossenen Pumpengehäuse oder Filterkessel entsteht dadurch Druck, der Gehäuse und Leitungen sprengt. Deshalb muss jeder Hohlraum vollständig leer sein.
Wohin darf abgelassenes Poolwasser?
In den Schmutzwasserkanal. Poolwasser ist nach § 54 Wasserhaushaltsgesetz Abwasser. Die Einleitung in die Regenwasserkanalisation ist nach dem Bayerischen Landesamt für Umwelt auf keinen Fall zulässig, Kleinkläranlagen scheiden ebenfalls aus, und die Versickerung verstößt nach Auskunft der Berliner Senatsverwaltung gegen den Besorgnisgrundsatz des § 48 Wasserhaushaltsgesetz.
Wie lange muss Poolwasser vor dem Ablassen stehen?
Bis kein freies Chlor mehr nachweisbar ist. Das Landratsamt Mittelsachsen verlangt das mit einer Bestimmungsgrenze von mindestens 0,01 Milligramm je Liter, das Bayerische Landesamt für Umwelt geht in aller Regel von mindestens einer Woche Standzeit nach der letzten Chlorzugabe aus. Bremen nennt für seinen Bereich 48 Stunden ab einem Aktivchlorgehalt über 0,5 Milligramm je Liter.